Konzept JungeReporter

Es gibt Planer, es gibt Macher, es gibt Rampensäue.
Aber oft sind es die stillen Beobachter, die das Innere nach außen sichtbar zu machen vermögen.

Mein Arbeitskonzept versteht sich als ein begleitendes Workshopprogramm zu einem Musikprojekt oder Musikfestival. Der jeweilige Titel führt den Namen oder Veranstaltungsort der Initiative zusammen mit Reportage, der Königsdisziplin des Journalismus. Es geht um das Beobachten, Erfühlen, Entdecken und Erkunden von Musik im Prozess ihres Entstehens.

Ein Kammermusikfest bietet schon durch seinen Grundgedanken hervorragende Voraussetzungen für JungeReporter. An diesem Ort sollen Musiker sich in entspannter Atmosphäre in die Erforschung der Musik hineinbegeben können. Das Publikum ist eingeladen, diesen Prozess aus nächster Nähe mitzuerleben. Die Nachbarinnen und Nachbarn sind eingeladen, das Festival als ihr eigenes zu verstehen und als Publikum zu erleben. JungeReporter bietet jungen Zuschauern an, sich aktiv mit dem Programm auseinanderzusetzen, ihre Meinung dazu auszudrücken und so zum kundigen Publikum der Zukunft zu werden.

JungeReporter spricht Jugendliche ab 11 Jahren an, die vielleicht nicht selbst Musik machen, aber gut beobachten und Fragen stellen können. Ihre Aufgabe ist es, etwa die Vorbereitungen einer Konzertveranstaltung als Reporter zu begleiten, die auftretenden Künstler zu interviewen und zu porträtieren sowie die Konzerte als Kritiker zu besprechen.

Das hierzu nötige journalistische Handwerk erlernen die Teilnehmer in praktisch orientierten Workshops, sie lernen umfassend zu recherchieren und versuchen sich in journalistischen Genres wie Bericht, Interview, Porträt, Reportage und Kommentar. Schwerpunkte sind die Teamarbeit in einer Redaktion und gleichzeitig die individuelle Förderung von Interessen und Begabungen.

Die Workshopleitung liegt in den Händen der Journalistin und erfahrenen Medientrainerin Julia Kaiser aus Berlin, die das Konzept seit Jahren erprobt und bei internationalen Filmfestivals wie der Berlinale, bei Kammermusikfestivals in Lockenhaus und Davos, Festspielfrühling Rügen und Spannungen im Heimbach sowie bei der Musikinitiative Rhapsody in School fest verankert hat. Auch auf Englisch hat es sich bewährt, etwa mit Jugendlichen aus einem Township in Südafrika.

Die wichtigsten Anliegen sind Ermutigung zu Neugier und Aufgeschlossenheit zu fördern, gleichzeitig aber Respekt zu vermitteln. Respekt für die Musik, den Künstler und sein Können, hinter dem Begeisterung, aber auch Organisationstalent und harte Arbeit stecken. Dies zu entdecken, ist die wichtigste Herausforderung, um ein guter Kulturjournalist zu werden. Und es ist nie zu früh, es auszuprobieren.

Journalismus ist Leidenschaft – diese mit jungen Menschen zu teilen, macht sie größer!