Davos Festival JungeReporter

beim Davos Festival, jedes Jahr im August

Das Davos Festival – Young Artists in Concert wurde im Sommer 1986 Plattform für junge, hochbegabte Musiker aus aller Welt gegründet. Die jungen Stars kommen seither während zweier Wochen im Sommer aus allen Erdteilen in die Davoser Bergwelt und spielen Kammermusik.

2014 übernimmt der Schweizer Klarinettist Reto Bieri die künstlerische Leitung des Festivals. Ich freue mich, von Anfang an mit dem Projekt Davos Festival JungeReporter die Veränderungen begleiten zu dürfen, die das Festival auch einem jüngeren Publikum öffnen sollen. Im folgenden Blog erscheinen die Texte von Schülerinnen und Schülern aus Davos und Umgebung. Eine Auswahl der Texte wird außerdem in der Davoser Zeitung und im Bündner Tagblatt veröffentlicht.


Serious Work: Backstage at DAVOS FESTIVAL

von Stefan Man, 13

Sie sind schon drei Jahre dabei. Immer wieder kommen sie auf die Bühne und verstellen Notenständer, Stühle oder den Flügel. Sie sorgen auch für das Bühnenlicht und halten die Stimmung hinter der Bühne. Die Bühnentechniker Chris Müller und Sebastian Lange planen vor jedem Konzert zusammen mit dem Intendanten Reto Bieri den Ablauf jedes Konzertes. Sie schreiben einen Plan und machen genau ab, wer was verstellt. Nun, das ist wahrscheinlich die einzige Arbeit, die sie seriös machen, mehr oder weniger. Sebastian und Chris sind wahrscheinlich das lustigste Bühnentechnik-Team in der ganzen Welt. Mit Witzen und Seifenblasen machen Sie die Arbeit trotzdem perfekt, meist ohne einen Notenständer umzustossen.Serious Work. Sebastian Lange und Chris MüllerSerious Work. Sebastian Lange und Chris Müller. ©Stefan Man

Zitat von Sebastian Lange:
Was machen Bühnentechniker? - Nichts.
Wann ist die Arbeit zu Ende? - Gestern.

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Kinderkonzertgeschichte

von Nicolas Suter, 14

Während des Kinderkonzertes mit ALMA wird eine kleine Geschichte erzählt, welche mit meist selbst komponierten Stücken gestückt ist. Als erstes werden dem jungen Publikum die Mitglieder der Musikgruppe vorgestellt. Sie erzählen vor jedem Stück einen kleinen Teil der Geschichte. Danach spielen sie "Brüderchen komm tanz mit mir", mit abgeändertem Text und zum mittanzen, als Fitnessprogramm getarnt. Nachher erklären sie den Kindern ihre Instrumente im Vergleich zu kleinen Tieren und Dingen und spielen im Anschluss das Stück, das sie an einem anderen Konzert "Musik der kleinen Dinge" nannten. Später spiele die Gruppe ALMA ein Südtiroler Schlaflied. Nachdem alle Kinder zur Ruhe gekommen sind, erzählen sie von den Orten wo sie schon gespielt haben, sogar Peru war darunter. Sie fragen die Kleinen, ob sie ihnen glauben, dass sie in der Wüste von Marokko einen fligenden Teppich gesehen haben, und spielen ein Stück vom Fliegen. Dann gibt es wieder ein Lied zum Mitsingen und Bewegen, über Regenschirme. Als alle in ihrer Fantasie nass und kalt sind, tanzen sie eine Polka. Ganz zum Schluss gibt es noch eine Zugabe für die Eltern in Form eines Walzers, zu der ein paar Erwachsene tanzen.

Radio und Konzentration

von Laura Casper, 13

Am Mittwoch den 10. August durfte ich am Abendkonzert in der Kirche St. Johan dabei sein. Die Musiker spielten verschiedene Stücke, z.B. von Valentin Silvestrov oder Franz Schubert. Die Kirche war mit vielen Kerzen geschmückt und es herrschte eine stille, angenehme Atmosphäre. Alle Gäste schienen sehr neugierig zu sein, und als dann sanfte Klaviertöne von der Bühne erklangen, lauschten sie gebannt der Musik. Es war ein sehr ruhiges Lied von Valentin Silvestrov und es regte mich zum Nachdenken an. Ich überlegte, was dem Musiker wohl gerade durch den Kopf ging und was welche Gefühle er empfand. Ob er zufrieden war, mit dem was er spielte?

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Das alt-und-neu-Kinderkonzert

von Clemens Künstle, 11

kinderkonzert JK02smDie Gruppe Alma verbindet Hip Hop mit alter Bergmusik und genau das finde ich toll. Im Kinderkonzert gab es viele Tänze und Fragen, die ans Publikum gestellt wurden, zum Beispiel nach den Instrumenten und wo das Jodeln herkommt. Dass man sich auf den Bergen was zugerufen hat. Die Stücke waren sehr mitreißend, aber die Überleitungen oft zu lange über andere Dinge als das nächste Thema. Zum Beispiel haben sie über andere Orte der Welt geredet und dann plötzlich über eine Fantasiegeschichte. Aber für Kinder von zwei bis acht Jahren war es total passend. Es wird nicht nur Musik gemacht, sondern auch getanzt und am Ende gab es sogar eine richtige Menschenkette. Durch dieses gemischte, zwischen damals und heute, kriegt man richtig gute Laune, auch wegen der vielen einsetzenden Instrumente. Den Zuschauern hat es so gut gefallen, dass sie eine Zugabe wollten.

Mondnacht im Kirchner-Museum

von Maxie Spiessl, 18

Der Saal ist dunkel. Nur der Flügel wird durch eine orange strahlende Stehlampe beleuchtet. Hinter dem Flügel ragt ein enormes Schwarz-weiss-Foto der Schweizer Alpen von Ernst Ludwig Kirchner hervor. Benedek Horvath, der junge ungarische Pianist, tritt auf die Bühne. Man erzählt, dass sein Vater ein Profifussballer war und dass Horvath auf der Suche nach einem Klavier wäre, da es zuhause nur Fussbälle gäbe. Er setzt sich ans Klavier und spielt Chopin. Nocturnes op. 9. Man muss nur die Augen schliessen und schon befindet man sich in einer Mondnacht, wie in einem Van Gogh Gemälde. Auch wenn man die Augen öffnet, ist die Atmosphäre impressionistisch; Horvath, über den Flügel gekrümmt, als gäbe es nur ihn und seine Tasten, und im Hintergrund die gewaltigen im Mondlicht schimmernden Alpen.

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