ECLATReporter

ECLATReporter begleitet ECLAT - Festival neue Musik Stuttgart in einem Workshop-Programm. Wie lässt sich neue Musik in Worte fassen? Wie schreibe ich ein Künstlerporträt, und was ist eigentlich eine Reportage? Im Projekt ECLATReporter probieren junge Journalisten ab 16 Jahren, wie man für ein Online-Magazin oder eine Tageszeitung schreibt und Social Media als publizistische Plattform nutzt. Ein Musikkritiker darf und soll seine Meinung sagen. Aber vorher muss er nicht nur genau zuhören, sondern sich auch damit auseinandersetzen, was Musikerin und Komponist ausdrücken wollen – und wie viel er dafür in seinem Leben schon geübt hat.


Ganz nah und persönlich

Isabella Margalef, 18

Daniel Gloger in his humble studioBekannt ist der Countertenor Daniel Gloger hauptsächlich durch seine Performances mit den Neuen Vokalsolisten Stuttgart. Doch im Zuge des Festivals für neue Musik ECLAT in Stuttgart konnten Kunstliebhaber eine neue Seite seines Lebens kennenlernen - ganz persönlich. In dem Stück "Up Close and Personal", komponiert von Kaj Duncan David und Troels Primdahl, geht es um Daniel Glogers Leben. Oder doch nicht? Die beiden Komponisten erfanden eine Biografie für eine Persönlichkeit, die der von Daniel Gloger ähnelt. Neugierige dürfen Daniel Gloger in seinem "humble Studio" besuchen, wie er sein Loft am Stuttgarter Pragsattel im Stück nennt, das von einem gewöhnlichen Proberaum aufwändig in ein gemütliches Wohnzimmer verwandelt wurde und bekommen so einen Einblick in das private Leben des Künstlers.

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Tiefseeleuchten

Isabella Margalef, 18

„Skull ark, upturned with no mast“ von der Italienerin Clara Ianotta ist ohne Vorwissen ischwer zu greifen, mit ein paar Infos ist es dafür um so wirkungsvoller. Das Zusammenspiel zwischen hell und dunkel, laut und leise und technischen Lichteffekten bringt die Kernaussage des Stücks zum Leuchten.

clara ianottaInterview mit Clara Ianotta

Was stellt die Skulptur auf der Bühne dar?

Das Konzept hinter dem Stück wurde inspiriert von meiner Leidenschaft für die Tiefsee. Ich habe viel über das Leben in der Tiefsee recherchiert, es fasziniert mich sehr dass dort unten kein natürliches Licht vorhanden ist und dass es den Lebewesen dort unten deshalb möglich ist, selbst zu leuchten. Zu der Dunkelheit kommt der enorme Druck, der aufgrund der Tiefe dort unten herrscht. In einer Dokumentation erfuhr ich eine unglaubliche Geschichte.

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Interview mit Kaj Duncan David

Kaj Duncan David ist ein dänischer Komponist und Regisseur. Gemeinsam mit Troels Primdahl entwickelte er die Musik und das Konzept zu dem „zentrifugalen Operetten-Solo“ für den Countertenor Daniel Gloger.

Wie entstand die Idee, ein Stück für und über Daniel Gloger zu schreiben?

Das Stück wurde für die Münchener Biennale geschrieben. Die Aufgabe war, ein Stück für eine Wohnung zu schreiben und dabei mit den Sängern der neuen Vokalsolisten zu arbeiten. Troels und ich hatten das Glück, mit Daniel arbeiten zu können. Wir finden, dass Daniel eine sehr starke Persönlichkeit ist, wir haben uns auf Anhieb total gut mit ihm verstanden und sind zu einem Team geworden, das das Stück gemeinsam entwickelte. Das macht die Arbeit mit ihm für uns beide so interessant.

Kanntest du Daniel schon bevor du begonnen hast, mit ihm zu arbeiten?

Ich kannte ihn als Performer, aber nicht persönlich. Ich habe ihn erst durch unser Stück kennengelernt.

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Spiel mit Wörtern

Isabella Margalef, 18

Die Komponistin Huihui Cheng hat ein Stück komponiert, bei dem die Sängerinnen und Sänger der Neuen Vocalsolisten an den Spieltisch geholt werden.

Wie sind Sie auf Idee für Ihr Stück "Your turn" gekommen?

Ich habe mal mit Freunden „Ogabuga“ gespielt, mit ganz ähnlichen Regeln wie das Spiel in meinem Stück. Jeder Spieler muss das Wort auf der Karte sagen, die er ablegt und auch die Wörter auf allen darunterliegenden Karten. Der Umgang mit Sprache hat mich sofort an das erinnert, was die Neuen Vokalsolisten in ihrer Arbeit häufig machen.

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Die vierte Wand herunterreißen

Isabella Margalef, 18

Neue Vocalsolisten proben Hannes Seidels "Für uns. Für uns."Im Projekt "Circles - Gemeinschaft zwischen Spiel und existentieller Erfahrung" der neuen Vokalsolisten Stuttgart wird das Publikum mit jedem Stück mehr und mehr in das Bühnebgeschehen eingebunden. Während die Zuschauer zu Beginn das Stück „In Steps“ von Ricardo Eizirik rein zuhörend erleben, werden sie am Ende des Konzerts selbst zum Inhalt von „A Perfect Circle“ von Alexander Schubert.

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