Musikfest Berlin

Das Projekt JungeReporter wendet sich an junge Leute ab 15 Jahren, die Lust am Schreiben zu Musik haben. Sie schauen hinter die Kulissen des Musikfestes und entdecken das Festival für das Blog der Berliner Festspiele.

Iwan Grosny als Mammutaufgabe

von Henry Schmidt, 17

Beim Musikfest 2016, wo Sergej Eisensteins Mammutwerk "Iwan Grosny" erstmals seit seiner Produktion in Deutschland aufgeführt wird, wird gleichzeitig in den Proben mit dem Rundfunk Sinfonieorchester Berlin und dem Rundfunkchor Berlin unter der Leitung von Frank Strobel die Filmmusik von Sergej Prokofjew aufgenommen. Ich beobachte die Proben und darf den Dirigenten sogar interviewen!

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Der neuen Musik einen gewaltigen Schritt näher!

von Max Oberbach, 17

Ich hatte schon vorher hin und wieder mal mit Neuer Musik zu tun, da ich auch sehr offen gegenüber dieser bin. Der Begriff Neue Musik ist zwar sehr weit zu fassen, jedoch denke ich, dass die Erlebnisse beim Musikfest einen sehr prägenden Eindruck bei mir hinterlassen haben. Zum Beispiel, als ich die Probe für das Konzert der Jungen Deutschen Philharmonie mit dem Werk von Edgar Varése besucht habe und die Musiker geschlagene 10 Minuten darüber diskutiert haben, welche Art von Leder oder Holz zu der einen Stelle besser passt. Davon habe ich später im Stück zwar nichts gehörte, jedoch denke ich, dass gerade solche Stellen und die Arbeit daran die Neue Musik ausmachen, das Interpretieren der Musik. Ich finde Neue Musik immer wieder interessant, gerade wegen der vielen Facetten, die sie aufweist.

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Wirbelnder Aufbruch

von Luzia Stallmann, 18

Ein Stück neue Welt, komponiert von John Adams, dirigiert von John Adams, großes Orchester für maximale Farbenformbarkeit. Maximale Varianz. Die Berliner Philharmoniker. Im Voraus hatte ich mich vor allem auf die zweite Hälfte gefreut, John Adams' Werk für Solovioline und Orchester "Scheherazade.2", weil ich selbst Geige spiele und neugierig auf Leila Jozefowicz war. Das vorpausare Programm mit „Harmonielehre“ hatte sich eher experimentell und potenziell etwas anstrengend gelesen. Ein Stück, das man entweder bald wieder vergisst, oder gerade wegen seiner fehlenden Glätte behält? Mit Betonung auf „fehlend“?Wir Aber dann beginnt der erste Satz ungefähr so: Bum, Bum, Bum, BumBumBum, BumBumBumBumBumBum. Alle Stimmgruppen bilden zusammen einen Rhythmuskörper, der in mir sofort die Assoziation einer beschleunigenden Lok mit Stangenantrieb hervorruft.

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B wie Boulez, Beethoven, Bach - Die Entwicklung eines Meisters

von Clara Behnke, 16

Mit einer fast chronologischen Folge von Klavierstücken werden uns Pierre-Laurent Aimard und Tamara Stefanovich an diesem Abend Pierre Boulez vorstellen. Am Anfang steht das Werk eines Musikstudenten, erklärt uns Aimard, man höre in den „Douze Notations“ noch andere Komponisten wie Varèse und Debussy. Das Stück, es besteht aus genau zwölf mal zwölf Takten, ist sehr beeindruckend, denn die Atmosphäre wechselt in rasendem Tempo. Der Wechsel zwischen einzelnen, schwebenden Noten und schweren Akkorden geschieht fliegend, sodass sich hier zum ersten Mal das abendbestimmende Wort „Weltenwechsel“ in meinen Kopf bildet.

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Auf Ligeti freuen und von Neuwirth begeistert sein

von Lea Kolesnyk, 17

Als ich am Mittwoch-Mittag den Probensaal des Deutschen Sinfonie-Orchester betrete, wirkt zunächst alles relativ normal. Geprobt werden sollen ein Werk von György Ligeti und ein sehr modernes von Olga Neuwirth. Die Musiker kommen gerade von ihrer Pause zurück, und langsam stellen sich alle darauf ein, dass die Probe gleich beginnen wird. Als ich mich allerdings ein bisschen genauer umsah, fällt mir einiges auf. Als erstes, dass der Raum voll ist mit Kisten, die an den Seiten und auf den Tischen stehen und den Musikern teilweise den Weg zu ihren Instrumentenkästen erschweren. Hinter dem Dirigentenpult liegen Chiquita-Bananenkästen, und an den drei Schlagzeugen hängen die seltsamsten Sachen, wie zum Beispiel Bratpfannen oder Metallspiralen, die, wie ich später lerne, Autostoßdämpfer sind.

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