Nebel im Kopf

Ich liege im Bett auf dem Rücken, die Augen geschlossen, Kopfhörer auf den Ohren, im Klang versunken. Doch halte ich es so nicht lange aus, ich will auch sehen, was da passiert! Ein großes Schlagwerk-Setup ist da rechts im Bild zu sehen und eine junge Frau, die es bedient. Vibraphon, Tam-Tam, Klangschalen auf Fellinstrumenten. Dazu höre ich die Stimme einer anderen Frau, die durch den sphärischen Klangnebel um meinen Kopf kreist, dann untertaucht, um ganz Teil davon zu werden, nur um sich wieder abzulösen.

Furchtloser Ritter am Klavier

So furchtlos und neugierig wie Don Quixote, scheint auch der Pianist Christoph Grund zu sein, wenn es um die Entdeckung neuer Klangwelten geht.

Wo ist jetzt der Eklat?

Das Eröffnungskonzert des ECLAT-Festivals ließ mich mit einigen Fragen zurück. Ich will nicht lügen – mir hat es nicht besonders gut gefallen. Zuallererst frage ich mich, wieso mir so langweilig war. Von schönen Zusammenklängen, sehr harmonisch bis atonal, mit und ohne leichte elektronische Unterstützung, bis zu punktuellen Strukturen mit Fokus auf Wortfrakturen und Artikulation war alles dabei. Es gab Videoeinspielungen, performative Elemente, Bühnenbild.

Zeyneps stille Welt

In dem Werk `Notes from the Silent One´ von Zeynep Gedizlioglu spielt die Stille eine zentrale Rolle. Es ist aber nicht die bloße Abwesenheit jeglicher Geräusche, die sie fasziniert, sondern eine Idee von Stille, die nicht zu überhören ist. Im Rahmen von ECLAT wird ihr Werk für Streichorchester, das 2015 komponiert wurde, zum ersten mal online übertragen und wird dadurch wohl eine Veränderung erfahren. In welcher Form das Stück und dessen Wirkung durch die digitale Übertragung sich verändern wird, darauf ist auch die Komponistin gespannt.

Whistleblowing auf der Blockflöte

Blockflötenkonzerte zu komponieren war für Komponisten im Barock gang und gäbe. Doch in den nachfolgenden Epochen verlor die Blockflöte als Soloinstrument zunehmend an Beliebtheit. Jeremias Schwarzer hat in Zusammenarbeit mit der Kunststiftung NRW das Projekt ‚Neue Blockflötenkonzerte‘ konzipiert und erweckt diese Gattung aus Ihrem Dornröschenschlaf. Die Idee besteht darin, an herausragende Komponist*innen unserer Zeit heranzutreten …

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gender equality zwischen Komponist*innen?

Politische Themen in Verbindung mit musikalischer Darbietung sind für die Sopranistin Sarah Maria Sun nichts Neues. Im Oktober 2020 veröffentlichte sie das Lied „Man with a Bible“ in Zusammenarbeit mit Matthias Schneider-Hollek und einem Text von Jim Clayburgh. Dieser thematisiert die Amtszeit Donald Trumps und die Black Lives Matter Proteste. Im Interview spricht sie über ein Thema, welches die Sopranistin aktuell beschäftigt: Die fehlende Gleichberechtigung unter Komponist*innen in der klassischen Musik.

Waffenwerbung, Mainstream-Pornos: Laure M. Hiendls hochpolitische Kunst

Hardcore Penetration Bullet. Accuracy and lethality. Optimized performance. In Laure M. Hiendls Werk “Ten Bullets Through One Hole”, ausgezeichnet mit dem 65. Stuttgarter Kompositionspreis, wird man mit obszön entmenschlichter Rhetorik konfrontiert. Der Text ist jedoch nicht selbst ausgedacht und frei erfunden – er ist zusammengesetzt aus Werbung europäischer Rüstungshersteller in Kombination mit Namen heteromaskuliner Mainstream-Pornografie.

Interview mit dem Trio Greifer

Wieder nur per Zoom, diesmal aber steht der Computer, über den das Trio Greifer mit uns spricht, im Theaterhaus Stuttgart.

Sprengung von Grenzen

lauschend, nicht im Hier und Jetzt, eingetaucht in das Konzert

Das Eröffnungskonzert des ECLAT-Festivals 2021 hat Grenzen nicht nur überwunden, sondern ist weit darüber hinaus gegangen. Mutig und offensiv. Absolut fordernd in seiner Expressivität. Die Performance der Neuen Vocalsolisten war ebenso beeindruckend wie mitreißend. Mit scheinbarer Leichtigkeit balancierten sie auf dem Grat der stimmlichen Grenzen und überzeugten nicht nur als Stimmkünstler, sondern auch mit schauspielerischem Talent beim Darstellen der verschiedenen Rollen.

Sense or meaning?

Dániel Péter Biró speaks with ECLATReporters about composing in the length of historical events. His message with a piece like that? „I would not say that ‚I‘ have a message with it. But I hope the piece itself does.“