Verdrängtes und Befreites

Verdrängtes hervorlocken. Ausgegrenztes eingliedern. Vermeintlich Verstörendem begegnen, sodass es sich nicht in Abspaltung und Gewalt seinen Bann brechen muss. Es ist ein psychologisches Erkunden, das sich die Performancegruppe Oblivia zusammen mit Komponistin Yiran Zhao und Lichtdesignerin Meri Ekola zum Thema gemacht hat, die notwendige Therapie einer kranken Gesellschaft.

Synthesizerkino

Buntes Kopfkino sehe ich vor meinem geistigen Auge, während ich der Uraufführung von „…where foreigners meet.…“ von Karen Power lausche. Eine aus Feldaufnahmen in der Sierra Nevada bestehende Soundscape, Klanglandschaft, mischt sich dabei mit Geräuschen, die von Synthesizern erzeugt werden.

Schlauchstück-Stück

Dass ich die Luft angehalten habe, fällt mir erst auf, als ich wieder einatmen muss. Leise säuselnd beginnt das Stück „Vertigo“ von Anna Korsun. Johanna Vargas singt einen klaren, hohen Ton in einen pinken Plastikschlauch, Susanne Leitz-Loray in einen blauen.

Töne eines menschlichen Universums

Das Stück besticht vor allem durch die unglaubliche Präsenz des Spiels von Irvine Arditti, der sich das Publikum kaum entziehen kann, mit seinen feinen Tönen, von denen jeder voller Spannung zu bersten scheint.

„Selbstreflexion in der neuen Musik ist ein Schimpfwort“

Sänger, die Unterwasser singen, ein Komponist der zu komponieren hasst, eine Operette aus Emailkorrespondenzen; all diese Mosaikteilchen sind Bestandteil einer narrativen Erzählung von der Entstehung eines Musiktheaters, das sich mal so richtig in die Karten schauen lässt. Dass sie damit nur ein bestimmtes Musikpublikum ansprechen, ist dem Komponisten Malte Giesen und dem Regisseur Thomas Fiedler bewusst, erklären sie im Gespräch.

Emotionaler Sprengstoff

Erinnerung, Angst, Dunkelheit, Verwahrlosung und Vereinsamung. Die erste Zusammenarbeit zwischen der finnischen Performance-Gruppe Oblivia und der chinesischen Komponistin Yiran Zhao widmet sich einem eher düsteren Themenfeld.

„Manchmal schreibe ich den Leuten auf den Kopf“

Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich mich dem Horror BORIS ein weiteres Mal stellen werde. Ein so intensiv körperliches Erlebnis mit Musik hatte ich nie zuvor, und auch wenn es in gewisser Weise furchtbar und grausam war, ist dieser Opernabend eine große Bereicherung.

Vom Wachsen nächtlicher Gespenster

Unglaublich faszinierend und gleichzeitig abschreckend. „Verdrängen, Verdrängen, Verdrängen“ ist ein Bühnenerlebnis, das unverdrängbar im Kopf bleibt.

Sprechen, auch ohne Worte

Welche Rolle spielt der Text für ein Stück? Und sollte das Publikum den Text verstehen, oder zumindest kennen? Oder ist er nur von Bedeutung für den Kompositionsprozess? Beim ECLAT Festival gibt es vier Kompositionen von Sergej Newski zu hören.

Selbstreferenz-Reverenz

„Frame“ zeigt, das Selbstreferenz im Musiktheater kurzweilig und im besten Sinne unterhaltsam seien kann. Das Kreisen um die eigene Entstehungsgeschichte ist dabei nicht etwa langweilig, sondern vermittelt interessantes Wissen über den Theaterbetrieb oder den Kompositionsprozess eines solchen Werkes.