Willkommen

Julia Kaiser ist freie Hörfunkautorin im Bereich Kultur und Kulturvermittlung.
Das Projekt JungeReporter hat sie über Jahre entwickelt, in diesen Journalistenakademien für junge Leute gibt sie ihre journalistischen Erfahrungen und ihre Faszination für ihren Beruf weiter – an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sowie Menschen mit besonderen Bedürfnissen.

Mehr Vertrauen, weniger Dirigent

Lisa Kellner, 13 Jahre

Es wird dunkler, die Gespräche werden eingestellt und das Licht richtet sich auf den Mittelpunkt des heutigen Abends – das C/O Chamber Orchestra. Voller Vorfreude richte ich mich in meinen Sitz auf, als die ersten Töne der Sinfonietta von Benjamin Britten erklingen.

Vertrauen im Ensemble

Claire Vobis, 14 Jahre

Als ich Paul Wheatley auf mich zukommen sehe, kommt er mir gleich sympathisch vor. Besonders gefällt mir seine weiße Basecap. Sie ist mir schon während der Probe aufgefallen, als der Amerikaner sich konzentriert über seinen Kontrabass beugte. Wie lange spielen Sie schon Kontrabass? Ich spiele schon seit ich 9 Jahre alt bin, also 20 Jahre….

Podcast: Perfekter Klang am stillen Örtchen

Einen Podcast aufzunehmen ist nicht einfach. Obwohl die Villa Elisabeth ein sehr schönes Gebäude ist, mit Pakettboden, hohen Wänden und dekorierten Säulen, ist es schwer, einen richtigen Ort für unsere Sprachaufnahmen zu finden, wo es wenig hallt und keine lauten Geräusche gibt.

Musik braucht keine Sprache

Marlene Krönke, 14 Jahre

Wir, das Reporterteam von Young Euro Classic, haben gemeinsam den Anfang vom deutsch-französischen Juniororchester auf einem Gutshof in Alt Britz begleitet. Die Musiker*innen aus Deutschland stammen alle von der Musikschule Paul Hindemith in Neukölln. Das französische Orchester heißt „el camino“ und besteht aus vielen Jugendlichen aus Pau.

Leidenschaftliches Chaos

Lisa Kellner, 13 Jahre

Wir sind auf dem Gutshof Britz und werden dem Junior-Orchester beim Proben zuhören. Die 35 Musiker und Musikerinnen kommen von der Paul-Hindemith-Musikschule in Neukölln und sind Teil des Young Euro Classic Projekts, das dieses Jahr, trotz Coronamaßnahmen, zum ersten Mal stattfinden kann.

Besuch mit Bürgermeister

Samantha Tokaryk, 15 Jahre

Plötzlich sehen wir einen sehr großen Mann mit blauem Anzug. Es ist der Neuköllner Bürgermeister. Unser Reporter-Team hat schon interessante Fragen für ihn vorbereitet. Er war selbst Mathelehrer, bevor er Bürgermeister geworden ist, erfahren wir. Und er findet es toll, mit Kindern zu arbeiten.

Ganz laut

Hannah Otto, 20 Jahre

„Warum soll ich nicht schreien können – Ganz laut.“ Dass die Perkussionistin Vanessa Porter eine unübersehbare Stärke verkörpert, haben wir beim diesjährigen ECLAT-Festival mit Marta Gentiluccis ‚Canzoniere‘ über den Livestream miterleben dürfen. Eine Stärke in der Fragilität und Intimität ihrer Musik, eine Stärke in ihrem Aufbrechen der binären Erwartungen an ihre Rolle als Musikerin.

Das Klangrezept

Katharina Meding, 20 Jahre

Das Bewusstsein und Wiederfinden der Wurzeln und der eigenen Identität, die Entdeckung der Körperlichkeit des Klangs und die Erfahrung der Welt durch den weiblichen Körper bilden die Kernthemen von Marta Gentiluccis ‚Canzoniere‘. Außerdem steckt Heimat darin, und ein Rezept.

Lauter Atem

Magdalena Zathammer, 25 Jahre

Im Mittelpunkt der digitalen Aufführung steht der Solist Jeremias Schwarzer, der die Rolle des Whistleblowers verkörperte. Eine Figur, die sich in einer misslichen Lage befindet und die unter unerträglichem Druck steht. Man hat das Gefühl, er trägt etwas in sich, das einen Weg sucht, um an die Oberfläche zukommen, aber nicht sofort zum Ausbruch kommt, sondern brodelt wie ein Vulkan.

„Ich muss es fühlen“

Hannah Otto, 20 Jahre

Die Schizophrenie der Liebenden und die Wurzeln weiblicher Protagonistinnen – Emotionale Programme und Aufführungen wie Marta Gentiluccis ‚Canzoniere‘ im Rahmen des diesjährigen ECLAT-Festivals sind für die Percussionisten Vanessa Porter Alltag. Im Interview spricht sie über ihren persönlichen Umgang mit so intensiven Thematiken.

Der zauberhafte Tanz der Glühwürmchen

Katharina Meding, 20 Jahre

Das Licht erlischt und eine flimmernde Atmosphäre entsteht, die an eine Nacht unter Bäumen erinnert. Der Blick gleitet ins Unendliche, weil die Finsternis alles verschluckt. Nur der Wind und die raschelnden Blätter sind zu hören. Hier und da entferntes Grillenzirpen. Plötzlich schiebt der Wind die Wolken beiseite und gibt den Blick frei auf eine zauberhafte Choreographie aus Lichtspiel und Klängen. Der Wind wird mild und das Ballett der Glühwürmchen beginnt.

Teil des Klanguniversums

Hannah Schneider, 28 Jahre

Mir gegenüber sitzt Marta Gentilucci. Nun ja, mir gegenüber sitzt mein Laptop, der mir Martas Bild aus Ihrem Zuhause in meins überträgt. Am Tag nach der Aufführung ihres Stücks Canzoniere konnte ich mit der zufrieden wirkenden Komponistin sprechen. Die Werke der ausgebildeten Sängerin sind stark vom Gesang beeinflusst.

Bewohnt die Kunst einen freien Raum?

Antonia Katharina Marx, 29 Jahre

In ‚Whistle-Blower‘ verarbeitet Iris ter Shiphorst unter anderem eine in Morsezeichen übersetzte Aussage von Chelsea Manning. Im Interview spricht sie darüber, was sie zum Komponieren motiviert und gibt einen Einblick in ihren Umgang mit dokumentarischem Material. Dabei entstehen durch Grenzüberschreitungen aus dem „reinen Kompositionsgenre“ heraus interessante Möglichkeiten von Kunst und ihrem Welt- und Gesellschaftsbezug. 

Der Sandmann

Katharina Meding, 20 Jahre

Ich fühle, wie Nathanael eingenommen wird. Wie die Musiker*innen es schaffen, eine klebrige Masse erklingen zu lassen. Als wäre Nathanaels Kopf neblig und unklar, als wäre er so geblendet, dass er nicht mehr klar denken kann. Ich bemerke das Echo einer Angst, die der Sandmann verströmt.

Raum für Klang in neuem Kontext

Hannah Schneider, 28 Jahre

Marta Gentiluccis ‚Canzoniere I‘ lässt die Zuhörenden wandern, durch den Raum, durch die Zeit. Ein Wortfetzen Russisch durch die geräuschhaften Sphären – ein Gefühl weit entfernter Familiarität durch den Nebel der Jahrhunderte. Die Gedichte der Autorinnen werden eingewoben in den Klangteppich, der von Verlust und Wiederfinden berichtet.

Vielfältige Digitalität

Olivia Artner, 26 Jahre

Jeremias Schwarzer an der Soloblockflöte, allein und getrennt aufgenommen vom ihn begleitenden Streichensemble – ein schönes Bild für die Isolation, in welche sich viele Whistleblower begeben müssen, als hohen Preis für das Aufdecken der Wahrheit.

Upside down

Oda Holt Günther, 21 Jahre

During an interview with composer Dániel Péter Biró, the idea of unanswerable questions comes to us in the context of music. Biró has a fundament of interestingly combined and specific knowledge, that you could assume he would have the answers to any questions you might ask him about his compositions. But as we start talking, it seems that deep competence does not necessarily equal a thousand answers – and maybe that is exactly the point, that the more you know, the more you know is still left to be discovered.

Abstrakte Absurdität

Katharina Meding, 20 Jahre

Kulturelle Windstille bedeutet nicht, dass ein Projekt keine Segel setzen kann. Tatsächlich gab sie Leopold Hurt den Anlass, sein lang erdachtes Werk über die „Rossbreiten“ umzusetzen, ein „Hochdruckgebiet mit beständiger Windstille“ auf der Nord- und Südhalbkugel, das vor allem für Seefahrer eine gefährliche Situation darstellt, da hier aufgrund von „langanhaltenden Flauten“ die Wasservorräte schnell schwinden können…

Schmerzgrenze Schreien

Sophie-Caroline Danner, 24 Jahre

Die Neuen Vokalsolist-innen Susanne Leitz-Lorey und Truike van der Poel sprechen mit den ECLATReporterinnen über ihr Verhältnis zu Hemmschwellen, Schmerzgrenzen und Ängsten, wenn es an die Stimme geht.

Nebel im Kopf

Sophie-Caroline Danner, 24 Jahre

Ich liege im Bett auf dem Rücken, die Augen geschlossen, Kopfhörer auf den Ohren, im Klang versunken. Doch halte ich es so nicht lange aus, ich will auch sehen, was da passiert! Ein großes Schlagwerk-Setup ist da rechts im Bild zu sehen und eine junge Frau, die es bedient. Vibraphon, Tam-Tam, Klangschalen auf Fellinstrumenten. Dazu höre ich die Stimme einer anderen Frau, die durch den sphärischen Klangnebel um meinen Kopf kreist, dann untertaucht, um ganz Teil davon zu werden, nur um sich wieder abzulösen.

Wo ist jetzt der Eklat?

Olivia Artner, 26 Jahre

Das Eröffnungskonzert des ECLAT-Festivals ließ mich mit einigen Fragen zurück. Ich will nicht lügen – mir hat es nicht besonders gut gefallen. Zuallererst frage ich mich, wieso mir so langweilig war. Von schönen Zusammenklängen, sehr harmonisch bis atonal, mit und ohne leichte elektronische Unterstützung, bis zu punktuellen Strukturen mit Fokus auf Wortfrakturen und Artikulation war alles dabei. Es gab Videoeinspielungen, performative Elemente, Bühnenbild.

Zeyneps stille Welt

Magdalena Zathammer, 25 Jahre

In dem Werk `Notes from the Silent One´ von Zeynep Gedizlioglu spielt die Stille eine zentrale Rolle. Es ist aber nicht die bloße Abwesenheit jeglicher Geräusche, die sie fasziniert, sondern eine Idee von Stille, die nicht zu überhören ist. Im Rahmen von ECLAT wird ihr Werk für Streichorchester, das 2015 komponiert wurde, zum ersten mal online übertragen und wird dadurch wohl eine Veränderung erfahren. In welcher Form das Stück und dessen Wirkung durch die digitale Übertragung sich verändern wird, darauf ist auch die Komponistin gespannt.

Whistleblowing auf der Blockflöte

Magdalena Zathammer, 25 Jahre

Blockflötenkonzerte zu komponieren war für Komponisten im Barock gang und gäbe. Doch in den nachfolgenden Epochen verlor die Blockflöte als Soloinstrument zunehmend an Beliebtheit. Jeremias Schwarzer hat in Zusammenarbeit mit der Kunststiftung NRW das Projekt ‚Neue Blockflötenkonzerte‘ konzipiert und erweckt diese Gattung aus Ihrem Dornröschenschlaf. Die Idee besteht darin, an herausragende Komponist*innen unserer Zeit heranzutreten…